Das Land als Arbeitgeber

Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 17 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Bundesland.

Mit mehr als 290.000 Stellen für Beschäftigte und Beamtinnen und Beamte ist das Land der größte Arbeitgeber in NRW.

Das Land bietet ein breites Spektrum an Berufen und Einsatzmöglichkeiten. Diese gehen z. B. mit den Vertretungen des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin und in Brüssel sogar über die Landesgrenzen hinaus. Hier finden Sie Informationen über den Aufbau der Landesverwaltung.

Wenn Sie für NRW arbeiten, bringen Sie Ihre Energie und Ihr Potenzial für unser gutes Zusammenleben in NRW sein.

Was Sie erwartet

NRW bietet in all seinen Dienststellen attraktive Rahmenbedingungen. Diese sind in klaren Regelungen als gemeinsame Standards abgesichert.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Arbeit beim Land bietet durch Teilzeit- und Beurlaubungsmöglichkeiten sowie durch flexible Arbeitszeitgestaltungsmodelle gute Ausgangsbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Das Landesbeamtengesetz (LBG) NRW und der Tarifvertrag der Länder (TV-L) bilden den rechtlichen Rahmen für befristete Beurlaubungen mit vollem Rückkehranspruch und befristete oder unbefristete Teilzeitbeschäftigung. So besteht grundsätzlich die Möglichkeit, zeitlich unbefristet eine Teilzeitbeschäftigung mit einer Arbeitsleistung von 50 % (oder mehr) wahrzunehmen.

Darüber hinaus können Urlaub ohne Bezüge und/oder eine Teilzeitbeschäftigung mit einer Arbeitsleistung von weniger als 50 % im Falle der Betreuung oder Pflege eines Kindes bzw. einer oder eines pflegebedürftigen Angehörigen für bis zu 15 Jahre in Anspruch genommen werden.

Bei kurzfristigem und vorübergehendem Betreuungsbedarf können Ansprüche nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz geltend gemacht werden. Entsprechendes gilt für Beamtinnen und Beamte nach der Freistellungs- und Urlaubsverordnung des Landes.

Außerdem werden auf der Basis der Arbeitszeitverordnung (AZVO) NRW (insbes. § 14 AZVO NRW) und § 10 TV-L in vielen Bereichen der Landesverwaltung flexible Arbeitszeitmodelle angeboten.

Organisationsspezifisch ausgestaltete Telearbeitsmodelle ergänzen in vielen Bereichen die Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie.

Die nach dem Landesgleichstellungsgesetz zu erstellenden Frauenförderplänen enthalten regelmäßig auch Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zudem gilt: Die Landesverwaltung mit all ihren Dienststellen und Dienstorten bietet auch Möglichkeiten für einen landesinternen Arbeitsplatzwechsel. Wenn Sie einmal aus persönlichen Gründen umziehen müssen, können Sie z. B. über den stellenmarkt.nrw.de Möglichkeiten für eine Versetzung finden.

Förderung von Frauen

Frauenförderung hat in NRW eine lange Tradition mit guten Wirkungen:

  • Das erste Frauenförderungskonzept wurde schon 1985 aufgelegt.
  • Das Frauenförderungsgesetz aus dem Jahr 1989 verankerte die erste leistungsbezogene Quotierungsregelung, die vom Europäischen Gerichtshof 1997 ausdrücklich bestätigt wurde.
  • Das Landesgleichstellungsgesetz (LGG) NRW von 1999 bewirkte einen deutlichen Schub der Frauenförderung.
  • Mit dem Dienstrechtsmodernisierungsgesetz von 2016 wurde die Zielquote für Frauen novelliert und in das Landesbeamtengesetz überführt.

Derzeit wird außerdem das LGG NRW weiter verbessert.

Die positive Entwicklung im Land verdeutlicht der Vergleich der Zahlen in Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt (vorm. höherer Dienstes):

  • 1989 waren nur 23,7 % der Beschäftigten weiblich,
  • 10 Jahre später waren es schon 29,4 %,
  • Ende 2012 waren mit 54,8 % mehr als die Hälfte aller Beschäftigten dieser Gruppe Frauen.

Gleichstellungsbeauftragte, die nach dem LGG NRW bestellt sind, wirken bei allen Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frau und Mann haben oder haben können mit; dies gilt insbesondere für

  • soziale, organisatorische und personelle Maßnahmen, einschließlich Stellenausschreibungen, Auswahlverfahren und Vorstellungsgespräche; die Gleichstellungsbeauftragte ist gleichberechtigtes Mitglied von Beurteilungsbesprechungen;
  • die Aufstellung und Änderung des Frauenförderplans sowie die Erstellung des Berichts über die Umsetzung des Frauenförderplans.

Außerdem beraten und unterstützen sie die Beschäftigten in Fragen der Gleichstellung.

Integration von Menschen mit Migrationshintergrund

In NRW leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Fast jede/jeder Vierte in Nordrhein-Westfalen hat einen Migrationshintergrund. Dies soll sich Schritt für Schritt auch in der öffentlichen Verwaltung widerspiegeln.

Deshalb hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Landesinitiative „Mehr Migrantinnen und Migranten in den Öffentlichen Dienst – Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung“ ins Leben gerufen.

Ein Ziel dieser Landesinitiative ist es, den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen und möglichen Zugangsbarrieren bei der Besetzung ausgeschriebener Stellen entgegen zu wirken.

Deshalb finden Sie in vielen Stellenausschreibungen den Zusatz: „Die Ausschreibung wendet sich ausdrücklich auch an Menschen mit Migrationshintergrund“. Dieser Zusatz soll helfen, Schwellenängste zu überwinden. Bei entsprechenden Voraussetzungen und Qualifikationen stehen alle ausgeschriebenen Stellen auch Menschen mit Migrationshintergrund offen.

Inklusion von Menschen mit Behinderungen

„Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ – lautet der Titel des Aktionsplans der Landesregierung, mit dem die UN-Behindertenrechtskonvention in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden soll. Wir wollen allen Bürgerinnen und Bürgern dieselben Chancen und Möglichkeiten für gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben geben – auch als Kolleginnen und Kollegen in der Landesverwaltung.

Das ist rechtsverbindlich abgesichert: Mit dem Inklusionsstärkungsgesetz NRW, das am 1. Juli 2016 in Kraft getreten ist, macht das Land deutlich, dass alle Dienststellen und Einrichtungen des Landes und viele weitere öffentliche Träger eine Vorbildfunktion in Bezug auf die Inklusion und die damit einhergehenden Anforderungen haben. Die Richtlinie zur Durchführung der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen im öffentlichen Dienst im Land Nordrhein-Westfalen konkretisiert dies für die Beschäftigung in der Landesverwaltung.

Die Stellen, die im Stellenmarkt.nrw.de veröffentlicht werden, werden unmittelbar der Bundesagentur für Arbeit zugeleitet, um die Einstellung schwerbehinderter Menschen zu fördern. Darüber hinaus bietet das Land unmittelbar die Möglichkeit zur Einrichtung betriebsintegrierter Außenarbeitsplätze für Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen.

Seit dem Jahr 1997 werden in den Berufsförderungswerken Oberhausen und Düren regelmäßig schwerbehinderte Menschen für eine Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellte in der Landesverwaltung qualifiziert.

Gut organisierte Interessenvertretungen für Menschen mit Behinderungen schützen die Rechte in der Landesverwaltung. Gewählte Schwerbehindertenvertretungen fördern gem. § 95 Sozialgesetzbuch (SGB) IX die Eingliederung schwerbehinderter Menschen in die Dienststellen, vertreten ihre Interessen in der Dienststelle und stehen ihnen beratend und helfend zur Seite.

Faire und transparente Bezahlung von Frauen und Männern

Lohngleichheit von Frauen und Männern wird im Landesdienst durch klare Regelungen gesichert: Die Bezahlung Beschäftigter erfolgt grundsätzlich nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L). Beamtinnen und Beamte erhalten Bezüge nach dem Landesbesoldungsgesetz NRW.
Als zentraler Dienstleister wickelt das Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) NRW das Zahlungsgeschäft ab.

Dort finden Sie auch die aktuellen Bezügetabellen für Beschäftigte und Beamtinnen und Beamte.

Außerdem finden Sie den Hinweis auf ein Programm zur Bezügeberechnung, das Ihnen eine erste Orientierung dazu gibt, was Sie in einer bestimmten Entgelt- oder Besoldungsgruppe konkret bekommen würden.

Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten

Eine Tätigkeit beim Land bietet vielfältige Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowohl für Beschäftigte als auch für Beamtinnen und Beamte.

Für Beamtinnen und Beamte gilt seit dem Jahr 2016 eine zweigruppige Laufbahnstruktur, die zusammen mit flankierenden gesetzlichen Regelungen die Durchlässigkeit des Laufbahnrechts deutlich verbessert hat.

Landeseigene Fachhochschulen und Fortbildungseinrichtungen bieten Qualifizierungsmöglichkeiten, die zum Teil auch berufsbegleitend auf weitere Karriereschritte vorbereiten.

Die Erstellung von Personalentwicklungskonzepten ist seit dem Jahr 2016 gesetzliche Pflicht (§ 42 LBG NRW). Zu den guten allgemeinen Standards gehören Möglichkeiten zur Fortbildung innerhalb der Arbeitszeit unter Kostentragung durch das Land.

Gesundheitsmanagement in den Behörden

Zu guten Arbeitsbedingungen, die das Land als Arbeitgeber bietet, gehört auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Das Land NRW hat schon 2011 ein Rahmenkonzept zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement verabschiedet. Ziel ist die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu fördern und zu erhalten.
Seit dem Jahr 2016 ist Pflicht für alle Ministerien ressortspezifische Rahmenkonzepte zur Umsetzung des Gesundheitsmanagements zu entwickeln, auch gesetzlich in § 76 des LBG NRW verankert.

Gelebte Mitbestimmung

Die Mitbestimmung der Beschäftigten hat in unserer Gesellschaft traditionelle eine hohe Bedeutung. Bei einer Tätigkeit für das Land Nordrhein-Westfalen ist gesetzlich sichergestellt, dass es einen Personalrat gibt, an den Sie sich wenden können.

Das Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) NRW sichert diesen Personalräten weitreichende und frühzeitige Beteiligungsrechte zur Wahrung der Rechte der Beschäftigten und Beamtinnen und Beamte innerhalb ihrer Dienststellen.

Das LPVG NRW sichert weitreichende und frühzeitige Beteiligungsrechte für Beschäftigte und Beamtinnen und Beamte innerhalb ihrer Dienststellen.

Nordrhein-Westfalen wurde durch die Novelle des LPVG NRW im Jahr 2011 zum Mitbestimmungsland Nummer Eins. Das Gesetz ist von dem Gedanken der Zusammenarbeit von Personalrat und Dienststelle auf Augenhöhe getragen.
Personalräte sind frühzeitig bei wichtigen Vorhaben der Dienststelle einzubeziehen. Sie werden über die Haushaltsplanung und wirtschaftliche Entwicklung unterrichtet.

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